Coromandel Peninsula und Northland

Unsere letzten Tage in Neuseeland sind angebrochen! Wir werden nun noch den Norden der Nordinsel erkunden, bevor wir in Auckland unseren Camper abgeben. Unser nächstes Ziel heißt…

Raglan an der Westküste. Hier verbringen wir ein paar entspannte Strandtage bei sonnigem Wetter. Anschließend geht es rüber an die Ostküste, die nicht weniger schöne Strände bietet. Ein Highlight ist die Wanderung zu den Wentworth Falls: zwei übereinanderliegende Wasserfälle, die in ein Becken zum Schwimmen fließen. Wunderschön und schweinekalt, aber nach einer Weile geht’s 😛

Einige Tage später machen wir uns mal wieder früh auf den Weg, um die Cathedral Cove auf der Coromandel Peninsula zu besuchen. Dies ist ein Felsbogen an der Küste und sieht aus wie das Windows-Sperrbild auf der Arbeit (ist es aber nicht) 😉 Wir laufen bei Sonnenaufgang los und sind nach etwa einer Stunde tatsächlich unter den ersten 5 vor Ort. Man möchte ja am liebsten ein Foto ohne andere Menschen drauf haben. Dafür sind wir ja alle so früh aufgestanden, oder? Umso schwerer verständlich, dass sich zwei Tussis zum Frühstück GENAU in der Mitte dieser Attraktion niedergelassen haben. Grrr… Ich finde ja, das jeder das Recht hat, hier zu sein und sich alles in aller Ruhe anzusehen. Aber ein bisschen Respekt und Rücksicht ist doch nicht zuviel verlangt, oder?

Weiter geht es in den Norden zur Bay of Islands, wo wir eine Kayakfahrt in der Bucht von Paihia machen. Umgeben von Mangrovenbäumen paddeln wir zum Wasserfall und wieder zurück. Kayak fahren ist immer wieder eine Belastungsprobe, mehr rechts, mehr links, mach mich nicht immer nass, dann mach ich halt gar nichts mehr…. Zum Glück hört uns auf dem Wasser ja keiner 😉

Als letzten Punkt für unsere Neuseelandreise haben wir einen Besuch der Kauriwälder vorgesehen. Dies sind riesige, uralte Bäume, die leider von der durch Besuchern über die Schuhe verbreiteten „Kauri disease“ bedroht sind. Daher muss man sich vor und nach jedem Besuch eines Kauriwaldes an einer Schleuse die Schuhe reinigen und desinfizieren.
Unser Campingplatz bietet einen Nachtspaziergang an und für 10 $, von denen auch noch ein Teil gespendet wird, nehmen wir gerne daran teil. Wir treffen uns um 21 Uhr und erhalten eine kurze Einweisung. Da „verseuchte“ Schuhe ja eine Bedrohung für die Wälder darstellen, haben sich die beiden Guides dazu entschlossen, die Wanderung gleich barfuß anzubieten. Man muss nicht, aber man kann und so eine Erfahrung sollte man sich nicht entgehen lassen. Also spazieren wir barfuß in den nächtlichen Wald. Der kurze Schotterweg dorthin ist nicht so angenehm, allerdings ist der Waldboden weich und recht warm. Man läuft viel bewusster über Wurzeln, Blätter und von der Sonne des Tages noch aufgewärmte Steine. Unser Guide erzählt viel über die Bäume und Sträucher sowie über die Maorikultur und singt im völlig dunklen Wald Maorilieder. Wir besuchen am Baum sitzende Riesenheuschrecken und begrüßen einen Kauribaum mit dem Hongi, dem typischen Nase-an-Nase und Stirn-an-Stirn Maorigruß. Der Hintergrund hinter diesem Gruß ist, den Atem auszutauschen, was genaugenommen ja bestens mit dem sauerstoffproduzierenden Baum funktioniert. Als wir wieder aus dem Wald kommen, haben wir unverstellten Blick auf einen atemberaubenden Sternenhimmel inklusive Milchstraße und Kreuz des Südens. Dies befindet sich auch auf der australischen und neuseeländischen Flagge. Auf den Fotos ist das Kreuz in Längsrichtung kurz über der mittigen Palme zu erkennen.

Ganz in der Nähe befindet sich der Tane Mahuta, der älteste und größte Kauribaum Neuseelands. Er ist der Sohn von Himmel und Erde und hat die beiden freundlicherweise ein Stück auseinandergedrückt, um Luft, Licht und Leben auf die Erde zu bringen. Er ist etwa 2000 Jahre alt, insgesamt 51 Meter hoch und hat einen Umfang von knapp 14 Metern. Wow, dieser Baum ist etwa 60 mal so alt wie wir!!

Nach einem kurzen verregneten Abstecher in die Waitakere Ranges haben wir den Wink des Wetters verstanden und machen uns vom Acker. Tschüss, Neuseeland! Es war toll!

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von Anders Noren.

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