Great Ocean Road & Grampians


Eine Woche lang hatten wir Pause, bevor das Camperleben uns zurück hat! In Melbourne haben wir unseren Mietwagen gegen einen Camper getauscht und ab gehts ins wilde Roadtripleben! Von Melbourne aus geht es zunächst Richtung Westen, wo in Torquay die Great Ocean Road beginnt.

Unser erster Halt ist am Bell’s Beach, der bei Surfern sehr beliebt ist und wo wahnsinnige Wellen ans Land rauschen. Wir beschränken uns auf Kaffee trinken und Wellen gucken 😛 Hochmotiviert wollen wir eine Runde Frühsport am Strand machen. Es klingt so toll. Tatsächlich aber wird man in Bodennähe sandgestrahlt und der Wind pustet die Yogamatte ständig vom Boden weg. Da ist wohl die Vorstellung schöner, als die Realität. Also begnügen wir uns mit Sport in der Nähe vom Strand, in der Praxis deutlich sinnvoller. Weiter gehts an schönen Stränden vorbei, allerdings sind wir von Neuseeland leider etwas verwöhnt, was tolle Küstenstraßen angeht. Nicht falsch verstehen, es ist wirklich schön. Links das türkisblaue Meer, rechts ein dichter grüner Regenwald und dazwischen schlängelt sich ein Weg – oder wie man in Neuseeland sagt: Straße. Dann geht es etwas vom Meer weg und wir fahren durch toll duftende Eukalyptuswälder, in denen es mystisch dunstig ist. Plötzlich ist ein kleiner Stau vor uns – Koalastau! Nicht weit von der Straße entfernt sitzt ein Koala im Baum und mümmelt entspannt vor sich hin. So schön!!! <3

Zum Sonnenuntergang geht es zu den „Zwölf Aposteln“. Zwölf sind es eigentlich gar nicht (mehr), aber klingt doch besser als „Elf Freunde sollt ihr sein“ oder „Die zehn Bowlingpins“. Der Dunst hat sich verzogen und wir haben einen wunderbaren Blick auf den Sonnenuntergang und die Sandsteinfelsen.

Zur Übernachtung steuern wir einen Campingplatz an, auf dem es Kängurus geben soll. Und tatsächlich, als wir eine Runde drehen, um den besten Platz zu finden sehen wir die Felder voller Kängurus! Sie sehen ein bisschen angriffslustig aus, wenn sie einen anstarren, sich ohne den Blick abzuwenden kratzen und scheinbar immer auf dem Sprung sind.

Am nächsten Tag stürzen wir uns wieder auf die Great Ocean Road. Heute von Dunst gar keine Spur mehr und statt Stränden wechselt die Landschaft nun auf Steilküste. Wir steuern ein paar ausgeschilderte, sehenswerte Orte an und finden die Steilküste noch viel schöner als die Strände.

Von der Great Ocean Road machen wir uns auf ins Landesinnere Richtung Grampians. Hierbei handelt es sich um ein Gebirge, in dem wir ein bisschen wandern gehen wollen. Im strategischen Zentrum Hall’s Gap beziehen wir den Campingplatz, auf dem man sich fühlt wie im Zoo. Kreischende Kakadus und bunte Papageien in jedem Baum und am Abend kommen die Kängurus auf den Platz gehopst und grasen auf den Wiesen. Am nächsten Morgen starten wir früh die Wanderung zum Pinnacle Lookout. Erstmal geht es nur steil hoch und immer wieder sehen wir neue bunte Vögel. Vom Lookout hat man einen grandiosen Ausblick, wenn es auch ein bisschen unheimlich ist, weil es wirklich wahnsinnig steil und seeehr tief runter geht. Dann geht es weiter in die „Silent street“, hier wandert man durch eine enge Schlucht, die teilweise wirklich nur für eine Person Platz bietet. Anschließend geht es durch den „Grand canyon“ und vobei an einem Wasserfall, der jedoch mangels Wasser eher ein Reinfall ist. Kurz vor Ende des Wanderwegs huscht noch eine Schlange über den Weg, die zwar nicht allzu groß ist, deren plötzliches Auftauchen uns aber doch etwas erschreckt. Eine tolle Wanderung bei bestem Wetter!

Bei der anschließenden Stärkung auf dem Campingplatz ist es unter Umständen möglich, dass ich eventuell, selbstverständlich ohne jede Absicht, den einen oder anderen Brotkrümel fallen gelassen habe. Dies führte dazu, das etwa 15 Kakadus unseren Platz überfallen haben und Tisch und Stühle geentert haben.

Bevor wir die Grampians verlassen, wollen wir noch die Mackenzie Falls ansteuern. Hier geht es mit dem Camper nochmal einige Meter höher, auf direktem Weg in die Wolken. Den ersten Lookout sparen wir uns, denn man hat etwa die gleiche Sicht wie in einem Dampfbad. An den Wasserfällen ist es dann jedoch wieder erstaunlich klar, sodass wir ihn von unten und oben bewundern können.

Unser nächstes Ziel sind die Blue Mountains vor den Toren Sydneys und bis dahin sind es noch einige Kilometer, die wir auf dem Highway möglichst schnell hinter uns bringen wollen. Zum Glück sind zu diesem Zeitpunkt die Buschbrände weitestgehend bekämpft, sodass wir hiervon nicht eingeschränkt sind. Zum Highway führt uns eine Straße, die australischer nicht aussehen kann. Geradeaus, soweit man schauen kann, rumherum rote Erde und von Eukalyptusbäumen gesäumt. Vor uns huscht ein Ameisenigel über die Straße, den ich gerade noch mit der Kamera erwische. Wir machen lediglich einen Übernachtungsstop, ebenso wie einen Halt in einer etwas größeren Stadt für einen Großeinkauf sowie einen Frisörbesuch. Ich sage zwei Zentimeter länger als bis zum Kinn, ich bekomme zwei Zentimeter kürzer als bis zum Kinn. Naja, wenigstens muss das nächste halbe Jahr nicht wieder zum Frisör. Frisch geschoren und mit aufgefüllten Vorräten kann es also weiter gehen Richtung Blue Mountains!

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von Anders Noren.

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