Isla Chiloé

Bereits auf unserer Dschungeltour hatten uns unsere Mitreisenden die Insel Chiloé im Süden Chiles empfohlen. Haben wir zur Kenntnis genommen, passte aber nicht in unseren Plan. Der Plan änderte sich jedoch durch die politischen Unruhen in La Paz und Santiago de Chile. Diese beiden Städte wollten wir uns eigentlich ansehen, aber das lassen wir momentan lieber sein. Stattdessen hatten wir nun Zeit für Chiloé! Da wir auch eigentlich eh viel lieber in der Natur, als in großen Städten unterwegs sind, ist das auch gar nicht schlimm. Also buchten wir den Flug und einen Mietwagen und ab ging es auf die Insel! 

Das Autofahren in Chile ist -zumindest hier im ziemlich ländlichen Bereich- sehr entspannt. Kein Recht des früher Hupenden, keine Karambolage, keine überfüllten chaotischen Straßen. Wir brauchten etwa eine Stunde bis zur Fähre, die uns nach 5 minütiger Wartezeit auf die Insel brachte.

Die Insel Chiloé ist die zweitgrößte chilenische Insel und sehr grün und hügelig. Am ersten Tag hatten wir strahlenden Sonnenschein und konnten von der Hafenpromenade von Ancud, der größten Stadt im Norden der Insel, den Ausblick auf den glitzernden Pazifik genießen!

Am nächsten Morgen teilte uns die Besitzerin unserer Unterkunft mit, dass aufgrund der aktuellen Proteste wohl eine Straßenblockade ab 11 Uhr um Castro herum geplant war. Da müssen wir aber durch! Also ging es zügig weiter in den Süden der Insel, immer mit einem Blick auf die Uhr und auf den Tacho. Wir haben es geschafft. Vielleicht hat es diese Blockade auch nie gegeben, das werden wir wohl nie erfahren. Nach einem weiteren Tag, den wir mit spazierengehen und -fahren verbrachten, peilten wir das Highlight unseres Inselaufenthaltes an. Wir hatten drei Nächte in einer Baumhauslodge gebucht. Baumhaus passt allerdings nicht ganz, denn außer, dass sich die Unterkunft tatsächlich zwischen Bäumen und einseitig auf Stelzen befindet, hat sie nichts mit der Vorstellung von einem Baumhaus gemeinsam. Stattdessen hatten wir ein riesen Bett vor einer Glasfront, vor der aus man Aussicht auf einen Pazifikarm und den Strand hatte, eine vollausgestattete Küche sowie natürlich ein Bad. Hier kann man es sich gutgehen lassen! 

Da wir bei unserer Ankunft super Wetter hatten und uns der Gastgeber mitteilte, dass gerade Flut sei und damit beste Kajakbedingungen herrschten, fuhren wir auch direkt mit dem Kajak raus! Der Hinweg war leicht, man musste sich einfach nur treiben lassen und sich von der Strömung mitnehmen lassen. Wir trieben ein bisschen an einer Stelle herum, die uns für die Sichtung von Delfinen empfohlen wurde und hatten tatsächlich Glück! 🙂 Ein paar Mal ist vor uns ein Delfin aufgetaucht, aber leider viel zu schnell wieder verschwunden, um ein Foto zu machen. Der Rückweg gegen die Strömung war dann schon eine andere Hausnummer…

Die nächsten Tage verbrachten wir mit Strandspaziergängen (Begleitung durch die Hunde der Gastgeber inklusive), essen, schlafen und Ausblick genießen. Es fiel uns wirklich schwer, diese gemütliche Unterkunft wieder zu verlassen. 

Unsere nächste Unterkunft war von ganz anderer Natur. Zu Hause bei einem Künstler, der scheinbar von unserer Buchung erst erfuhr, als wir an der Tür klopften. Ein Typ mit langen Haaren, das T-Shirt voller Farbe und leicht verwirrt… Schnell bezog er das Bett auf seinem Dachboden und seine Frau spülte das Geschirr. Dann hatte er noch eine Art Schrank auf dem Dachboden, der beheizt wurde, süßlich roch, mit einer schwarzen Plane abgedeckt war und neben dem sich Pflanzendünger befand. Muss wohl ein Pflanzenfreund sein. Der erste Eindruck täuschte jedoch, denn er war ein total netter Kerl, der uns am nächsten Morgen auch noch ein wunderbares Frühstück zauberte, obwohl wir das gar nicht gebucht hatten.

Da wir auf dem Weg in den Süden ja aufgrund der Straßenblockade Gas gegeben hatten, waren wir an der Pinguinkolonie einfach vorbeigedüst. Das mussten wir aber noch nachholen! Also fuhren wir morgens nach Puñihuil und buchten eine Bootstour zu den Pinguininseln. Hier gibt es zwei Arten von Pinguinen: den Humboldt- (ein schwarzer Streifen) und Magellanpinguin (zwei schwarze Streifen) – beide herzallerliebst! 🙂 Außerdem sahen wir noch Kormorane, Seelöwen, unzähligen Möwen, die größte Ente Chiles und einen Hai!

Und dann haben wir noch das traditionelle Gericht der Insel Chiloé probiert: Curanto. Das ist ein riesiger Teller voll mit Muscheln, Kartoffeln, Würstchen, Speck und einem Hähnchenschnenkel, dazu gibt es eine Fischbrühe. Also nichts für Vegetarier. Fazit: Kann man mal probieren, muss man aber nicht nochmal haben.

Anbei noch ein paar Fotos der Kategorie „passte sonst nirgendwo rein“:

Der kleine braune ist übrigens ein Pudu, ein südamerikanischer Minihirsch, den wir am Straßenrand entdeckt haben 🙂

Das Schild unten zeigt das Ende (oder den Anfang?!) der Panamericana, die von hier aus über 21.000 km bis nach Alaska führt.

Nach acht sehr schönen, entspannten Tagen auf der Insel ging es für uns zurück nach Puerto Montt und weiter mit dem Flieger nach Punta Arenas. Ab geht’s nach Patagonien!!!

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von Anders Noren.

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