Isla del Sol – wo die Sonne geboren wurde

Von Puno haben wir den Bus nach Copacabana genommen – in unserem Fall handelt es sich jedoch nicht um den Strand in Rio, sondern um eine kleine bolivianische Stadt am Titicacasee. Aufgrund der aktuellen politischen Situation in Bolivien hatten wir Bedenken, ob wir unsere geplante Route auch umsetzen können. Wir haben von Protesten und Straßenblockaden gelesen – und von Touristen, die tagelang in einer Stadt festsaßen, weil nix mehr ging.

Aber wir hatten Glück! In Copacabana verbrachten wir eine Nacht mit Blick auf den Titicacasee (ich finde immer noch, das klingt wie etwas, was ein Dreijähriger aus dem Kindergarten mitgebracht hat), bevor wir mit einer kleinen Fähre auf die Isla del Sol gefahren sind. Dort gibt es keine Autos, das Transportmittel für Lebensmittel und faule Touristen heißt Esel. Zum Glück hatten wir ein Hostel direkt am Hafen. Von dort aus geht es nämlich nur noch steil bergauf zu den anderen Unterkünften – und mit 15 Kilo auf dem Rücken und nochmal 8 Kilo “Handgepäck” auf rund 4000 Höhenmetern braucht man nicht mehr Stufen als nötig 😛 Nachdem wir unser Gepäck im Hostel abgeladen hatten, wagten wir dann doch den Aufstieg. Da wir recht langsam und bisher nur auf dem Landweg unterwegs waren, haben wir uns ziemlich gut akklimatisiert, so sind wir der Höhenkrankheit entkommen. Lediglich in der Nacht hatten wir manchmal das Gefühl, dass einem die Luft fehlt und man nicht richtig in den Schlaf kommt. Trotz unserer Akklimatisierung ist jeder Schritt anstrengend, umso mehr Fotostopps müssen wir einlegen 😉 

Anschließend gab es erstmal eine Pizza und eine Forelle aus dem See. Das war bevor wir den Wikipediaartikel gelesen haben, in dem steht, dass die ganzen chemischen Abwässer aus den umliegenden Minen ungefiltert in den See geleitet werden. Von unserem Zimmer (vom Bett!!) hatten wir einen grandiosen Ausblick auf den See und die dahinterliegende Andenbergkette Cordillera Real. Da braucht man keinen Fernseher! Nachts konnte man toll die Sterne sehen, da es aber ziemlich kalt war, ist das Sternegucken eher kurz ausgefallen.

Am nächsten Morgen kauften wir bei drei alten Bolivianern mit Hüten und Goldzähnen ein Rückfahrticket für die Fähre – doppelt so teuer wie der Hinweg, aber alternativlos. Das wissen auch die alten Bolivianer. Da funkelt der Goldzahn 😉

Von Copacabana ging es dann weiter mit dem Bus nach La Paz. Nach etwa einer Stunde Fahrt mussten wir aus dem Bus, der Bus wurde auf eine Art Holzfloß geladen und über den See verschifft. Wir saßen währenddessen in einer kleinen wackeligen Nussschale, im Dunklen, mit Blitzen in der Ferne über dem See. Ein bisschen spooky war das schon…. Dann ging es weiter Richtung La Paz. Wir waren sehr gespannt, wie dort die Lage hinsichtlich der politischen Proteste aussehen würde. Zum Glück war unsere einzige Sichtung eine Gruppe von etwa 150 Männern, Frauen und Kindern mit Flaggen und Blechdosen, was jedoch mehr von einem Sankt-Martin-Umzug hatte, als von gewaltsamen Ausschreitungen. Eigentlich hatten wir für La Paz ein paar Tage Aufenthalt eingeplant, die wir nun aber gestrichen hatten und die Stadt lediglich als Transit für den Flug nach Uyuni nutzen. Wir konnten am nächsten Morgen (nach einer Übernachtung in einem Zimmer mit rotem Teppich, roten Plüschwänden, roter Bettdecke… es war ein Hostel, ehrlich…) ohne Probleme mit dem Taxi zum Flughafen. Weiter geht’s nach Uyuni!

2 Kommentare zu „Isla del Sol – wo die Sonne geboren wurde

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