Kia Ora Aotearoa!

Mit Kia Ora wurden wir tatsächlich schon von den Mitarbeitern von Air New Zealand in Buenos Aires begrüßt, die perfekte Einstimmung auf Neuseeland. Kia Ora ist die traditionelle Begrüßung der Maori, bedeutet wörtlich soviel wie „möge es dir gut gehen“, kann aber auch als Dankeschön verwendet werden. Also universell einsetzbar. Und wo bei uns auf dem Nutellaglas Guten Morgen steht, schreiben die Kiwis eben auch Kia Ora.

Aotearoa ist die Maoribezeichnung für Neuseeland, bedeutet „das Land der langen weißen Wolke“ und sollte man sich unbedingt für die Millionenfrage merken.
Unser Nachtflug von Buenos Aires nach Neuseeland verlief wunderbar. Nach etwa 13 Stunden kamen wir mit 5 Minuten Verspätung in Auckland an. Damit blieben uns etwa 1:45 h fürs Umsteigen in den Flieger nach Christchurch, denn wir starten unsere Tour auf der Südinsel. Gas geben! Wir schnappten uns flott unsere Sachen und düsten aus dem Flugzeug. Erster Halt: Mülleimer. „Gefahrgut“ wie Äpfel und Müsliriegel dürfen nicht eingeführt werden. Nächster Halt: Automatische Passkontrolle. Man stellt sich in eine Schlange seiner Wahl, scannt den Pass und wenn man Glück hat, geht der Durchgang auf. Wer hat die Rentercrew vor sich, die mit dieser Technik heillos überfordert ist? Ja, wir. Dann den Rucksack vom Gepäckband holen. Wenn man es eilig hat, lässt dieser sich natürlich Zeit. Ich stehe schon mit Gepäckwagen bereit und Dennis lauert auf den Zugriff. In der Schlange zur Biosecurity Kontrolle fangen wir an, uns mit nettem Lächeln und dem Hinweis auf einen Anschlussflug weiter nach vorne zu mogeln. Die Neuseeländer nehmen es ganz genau, was die Einfuhr von möglichen Schädlingen angeht. Das hatten wir bereits gelesen und haben deshalb unsere Wanderschuhe von der südamerikanischen Matsche befreit und blitzeblank geputzt. Daher ging diese Kontrolle sehr flott. Anschließend wird noch das gesamte Gepäck durchleuchtet. Weiter zum Terminal für Inlandsflüge, ist ja nur einen Kilometer entfernt… Mit den kleinen Rucksäcken auf dem Rücken und den großen auf dem Gepäckwagen rennen wir wie die Wahnsinnigen die netterweise zur Orientierung auf den Boden gemalte grüne Linie entlang. Wie lang kann bitte ein Kilometer sein?? Bordkarten haben wir bereits, jetzt nur noch das Gepäck einchecken und es kann weiter gehen. Wird sehr eng, könnte aber klappen. Eben den Gepäckanhänger einscannen… Moment, der Gepäckanhänger ist weg! Den haben wir vermutlich bei unserem morgendlichen Lauf verloren, da die Packsäcke von der Kontrolle ja noch offen waren. Dennis scannt den kleinen, noch vorhandenen Strichcodeaufkleber und der Rucksack macht sich auf den Weg… Ob das klappt? Eine zu Rate gezogene Mitarbeiterin druckt uns neue Anhänger und verspricht die Säcke mit diesen zu versehen. Dann mal toi toi toi. Zu dieser Zeit sitze ich immer noch schnaufend, mit rotem Kopf auf dem Boden und rechne nicht mehr damit, ins planmäßige Flugzeug zu steigen. Wir bringen die Handgepäckkontrolle hinter uns und sprinten zum Gate. Vor uns stehen zwei verschwitzte Argentinier, die scheinbar den gleichen Marathon hinter sich haben. Irgendein Problem scheint es bei denen noch zu geben… Da wir sichtlich gehetzt sind, winkt uns eine Stewardess vorbei und lässt uns ins Flugzeug. Sollten wir es doch noch schaffen? Ich rechne bereits damit, dass wir als letzte ins bereits gefüllte Flugzeug kommen und vielleicht sogar mit sarkastischem Applaus begrüßt werden. Und dann kam der Moment, wo man nach der versteckten Kamera sucht: Das Flugzeug ist vollkommen leer. Wir sind die ersten. Das Boarding hatte noch gar nicht begonnen. Wie entspannt sind die denn hier? Um 7 Uhr morgens ging der Flieger und eine Viertelstunde vorher fangen die an, das Flugzeug zu befüllen!? Die Stunde bis nach Christchurch brauchten wir auch, um uns von dem ganzen Stress zu erholen. Als dann auch noch beide Rucksäcke auf dem Gepäckband lagen, waren wir so glücklich, dass uns der Regenwetterempfang gar nichts ausmachte.

Für den ersten Tag hatten wir uns ein Auto gemietet und haben als kleinen Einstieg die vor Christchurch liegende Banks-Peninsula erkundet. Das erste Mal Linksverkehr begann natürlich damit, dass wir beide erstmal auf der jeweils falschen Seite des Autos standen. Emanzipation hin oder her, wenn ich die Wahl habe, bin ich lieber Beifahrer 🙂 Trotz des trüben Wetters war es schon ein schöner erster Tag in Neuseeland.

Am nächsten Tag konnten wir dann unseren Camper übernehmen! Da ein riesiges „Travellers Autobarn“ auf dem Gefährt steht, nennen wir ihn Barney. Wir sind da ja unheimlich kreativ 😛 Der erste Weg führte uns zum Supermarkt, dann ging es über den Burkes Pass in die Berge. Die erste Nacht verbrachten wir auf einem kostenlosen Stellplatz am Rande des Passes. Da diese Region zum Dark Sky Reserve gehört, stellten wir uns den Wecker für mitten in der Nacht zum Sternegucken. Waaaaahnsinn!! Soooo viele Sterne! Sogar die Milchstraße kann man sehen!
Am nächsten Morgen fuhren wir weiter zum Lake Tekapo. Erstmal stand Tanken auf dem Programm, zum Glück sind alle wichtigen Informationen im Tankdeckel abgebildet….

Am Lake Tekapo haben wir eine kleine Wanderung gemacht, bevor es zum noch ein bisschen hübscher türkisfarbenen Lake Pukaki ging. Am See vorbei führt die Straße zum Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands. Leider blieb es aufgrund von schlechtem Wetter nur beim Vorbeifahren und einem Fotostop in einem trockenen Moment.

Die ersten Tage in den neuseeländischen Alpen haben uns schon mal sehr gut gefallen! Und da man hier nie weiter als 200 km vom Meer entfernt ist, führt uns die nächste Fahrt genau dorthin…

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Nach oben ↑