Melbourne und Mornington Peninsula

Nach sechs Wochen Neuseeland hieß es also Abschied nehmen und die letzten neuseeländischen Dollar am Flughafen in Kaffee und beim großen goldenen M investieren. Ein wenig erschreckend waren die vielen Asiaten mit Mundschutz. Wollen die sich selber schützen oder kommen die gerade aus dem Epizentrum des Coronavirus?

Nach etwa vier Stunden Flug und ein paar Turbulenzen kurz vor der Landung sind wir am Abend in Melbourne gelandet. Tagsüber waren wohl 44°, um 22 Uhr hat es sich auf 30° abgekühlt… Erste positive Erkenntnis in Melbourne übrigens: eine NICHT überfüllte Damentoilette im Ankunftsbereich am Flughafen. Ich bin begeistert. Mit unserem Mietwagen fahren wir durchs nächtliche Melbourne, wir sind müde, es ist warm und für die Skyline und das beleuchtete Riesenrad können wir uns nicht begeistern. Eigentlich wollen wir nur noch schlafen. In unserer Unterkunft gibt es ein Wasserbett. Mit einer dünnen Campermatratze, Isomatte oder fremden Hotelbetten komme ich klar. Aber dieses Wasserbett geht gar nicht. Jede Bewegung auf der anderen Seite löst einen Tsunami aus. Nach einer also nicht allzu erholsamen Nacht, in der es sich aber aufgrund von Regen und Gewitter auf angenehme 22° abgekühlt hat, machen wir uns zu Fuß auf in die Stadt. Unser erstes Ziel sollte der alte Bahnhof Flinder’s Street Station sein, aber noch bevor ich die Kamera herausholen kann, fängt es an zu regnen und so gibt es erstmal ein zweites Frühstück. Danach schauen wir uns die bunten Street Art Wände in der AC/DC Lane an. Und als wir schon wieder Hunger hatten und ganz tief in uns hineingehorcht haben, worauf denn, ging es ein paar Straßen weiter ins Hofbräuhaus. Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelpüree!! Oh ja, das war dringend nötig. Wenn es etwas gibt, das wir vermissen, dann ist das hin und wieder ein deftiges Essen. Und Brot. Ein schönes knuspriges Bauernbrot…. Mmmmmhhh…. Zurück zu Melbourne. Da es immer mal wieder anfängt zu regnen, kramen wir die seit vier Monaten in unserem Rucksack mitgeschleppten Regencapes raus und laufen mit durchsichtigen Plastikponchos durch die Stadt. Die Fotos davon unterliegen der Geheimhaltung und werden an dieser Stelle nicht veröffentlicht. Am nächsten Morgen machen wir nochmal eine kleine Stadtrundfahrt bei strahlend blauem Himmel, bevor es auf die Mornington Peninsula etwa 70 Kilometer unterhalb von Melbourne geht.

Dort angekommen beziehen wir unser kleines Apartment, von dem aus es nur ein paar Meter zum Strand sind. Hier lässt es sich aushalten! Lustigerweise befindet sich etwa einen Kilometer entfernt ein Aldi, Aldi Süd versteht sich. Nachdem wir uns am ersten Tag erstmal eingerichtet und entspannt haben (das heißt Schlaf nachholen nach dem wabbeligen Wasserbett), haben wir am zweiten Nachmittag die Spitze der Halbinsel erkundet. Die Schilder „warnen“ bereits vor den ansässigen Tieren und tatsächlich treffen wir auf ein moppeliges Wallaby!

Am nächsten Tag fahren wir zum Moonlit Sanctuary, einer Art Zoo bzw. Aufzuchtstation für die einheimischen und gefährdeten Tierarten. Als erstes begrüßt uns ein mopsiger Wombat, eine dicke grabende Wurst auf vier Beinen. Sie sind eigentlich nachtaktiv und leben in großen Höhlensystemen. Außerdem machen sie würfelförmige Köttel, damit sie sie besser an exponierten Stellen präsentieren können und diese nicht wegrollen können. Um kurz vor 11 müssen wir uns dann leider vom Wombat verabschieden, denn um 11 Uhr habe ich ein Date mit Victor 🙂 Victor ist ein Koala und nachdem ich mir die Hände desinfizierte habe, darf ich zu ihm, ihn kraulen und mit Eykalyptusblättern füttern. Er riecht wie ein Hustenbonbon und ist so schön plüschig 🙂

Nach dem Date spazieren wir weiter durch den Park und füttern freche Wallabies und Känguruhs. Außerdem gibt es hier noch jede Menge bunte Papageien, tasmanische Teufel, Dingos, Emus, Reptilien und neben meinem neuen Freund Victor noch einige andere schläfrige Koalas.

Den Rest unserer Zeit auf der Mornington Peninsula verbringen wir mit faul sein, Strandspaziergängen und Strandpicknicks und ein paar Ausflügen auf der Halbinsel, bevor es zurück nach Melbourne geht!

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von Anders Noren.

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