San Pedro de Atacama

Für San Pedro de Atacama, unsere erste Station in Chile, hatten wir während unserer Planung einige Ausflüge zu den Highlights der Umgebung angedacht. Da wir aber schon während unserer Uyunitour die Lagunen mit dem Flamingos, rauchende Fumarolen und Vulkane abgefrühstückt hatten, wollten wir uns auf drei weitere Ausflüge beschränken. Als erstes hatten wir eine Tour ins Valle de la Luna gebucht – das Mondtal!

Eigentlich sind wir Strebertouristen. Mindestens Lichtschutzfaktor 30, gefüllte Wasserflasche, Outfit im Zwiebellook, damit wir für Temperaturen zwischen 0 und 30 Grad gewappnet sind, passendes Schuhwerk, aufgeladene Akkus und so weiter. Auf alles vorbereitet, aber für den Ausflug ins Mondtal war das irgendwie nicht so. Wir wurden nachmittags am Hostel abgeholt und trugen noch unsere Flipflops, war ja schließlich warm. Die “Hostelmutti” fing uns glücklicherweise ab und riet uns wenigstens zu Turnschuhen. Na gut, wenns sein muss…. Wir wollen aber echt nur mit dem Bus ins Mondtal und den Sonnenuntergang angucken, muss das sein? Ja muss. Wir fuhren dann mit dem Bus zum Eingang des Mondparks und mussten ein Ticket kaufen. Wir werden durch das Tal laufen! What?! Man muss dazu sagen, dass noch am frühen Nachmittag die Sonne knallte und es bestimmt 30 Grad waren. Und ich (nach etwa 5 Wochen in Äquatornähe immer noch leichenblass) ohne Sonnencreme unterwegs, das hätte Verbrennungen dritten Grades gegeben! Ein Hoch auf Dennis, der am Kiosk am Parkeingang noch Sonnencreme gekauft hat! Dann ging es also los auf die erste Düne und Richtung Mondtal! Wenn die anstrengenden Wanderungen der letzten Wochen auf tausenden Höhenmetern ein Gutes hatten, dann dass wir jetzt fit waren nach diesem Höhentrainingslager 😉

In den nächsten Tagen erkundeten wir die Stadt, nicht besonders groß, recht touristisch, aber eigentlich ganz nett. Nach dem Trubel in den Städten in Peru und Bolivien war es hier sehr entspannt. Man wurde nicht ständig angequatscht, ob man nicht ins Restaurant kommen, eine Tour buchen oder Souvenirs kaufen möchte. Die Autos haben noch keinen 20. Geburtstag gefeiert und vor allen Dingen halten sie am Zebrastreifen und vor roten Ampeln an! Das war sehr ungewohnt für uns. Wir fanden ein Café mit super leckeren, riesengroßen und vor allem günstigen Empanadas, dem wir öfters mal einen Besuch abstatteten. 

Nach der ersten Tour zum Mond sollte uns die nächste ins Weltall führen. Naja, also zumindestens per Teleskop. Die Atacamawüste ist der perfekte Ort zum Sternegucken, schön dunkel und selten Wolken. Leider hatten wir keine perfekten Bedingungen, da der Mond ziemlich voll und hell war, aber wir wollten die Tour trotzdem machen. Also fuhren wir am späten Abend ein Stück hinaus, wo uns auf einem freien Feld riesengroße Teleskope sowie ein kleiner Tisch mit Kaffee, Tee, Kakao, Wein, Keksen und Chips erwartete. Das muss man ihnen wirklich lassen, bisher wurden wir von keiner Tour enttäuscht und es wird alles gegeben, um einem ein schönes Erlebnis zu ermöglichen. Unser Guide zeigte uns einige Sternbilder des Südens – von denen man ein paar auch bei uns sehen kann, andere jedoch nicht. Wir sahen die Venus, den Jupiter, den Saturn, den Mond und eine Sternschnuppe! 

Dann hatten wir noch eine weitere Tour zum Geysir El Tatio gebucht. Wir sollten zwischen 4 und 4:30 Uhr am Hostel abgeholt werden, damit man den Sonnenaufgang am Geysir sehen kann. Natürlich standen wir ab 3:45 Uhr vor der Tür und warteten… Und warteten… Aus den umliegenden Hostels wurden Leute abgeholt, ein älteres Ehepaar, das mit uns wartete wurde abgeholt… Naja. Wir nicht. Dann halt keine Geysirtour. Schon ein bisschen schade. Allerdings schauten wir uns später ein YouTube Video an und müssen sagen, dass der “echte” Geysir in Island und die Geothermalfelder dort wesentlich beeindruckender waren – also reden wir uns ein, dass wir gar nichts verpasst haben 😉 Das Geld gab es zurück, inklusive 1000 Entschuldigungen und zwei mäßig schönen Touristen-T-Shirts. Kann man vielleicht mal zum Schlafen anziehen…
Nach 5 Tagen in San Pedro de Atacama ging es für uns mit dem Flugzeug weiter vom ca. 100 km entfernten Calama über Santiago de Chile (aufgrund der Unruhen lassen wir das lieber aus, auf Tränengas und Straßenschlachten haben wir keine Lust) nach Puerto Montt. Die Tage, die wir eigentlich für La Paz und Santiago de Chile eingeplant hatten, werden wir nun auf der Insel Chiloé verbringen! 

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von Anders Noren.

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