Schlammtöpfe, Kiwis und Pilzmückenlarven

Von unserem „Basislager“ zum Tongariro Crossing geht es weiter Richtung Lake Taupo. Jedoch nicht, bevor wir das Auto auf links gedreht haben, um den komischen Geruch zu identifizieren, der uns nun schon ein paar Tage begleitet. Es kommt definitiv aus der Fahrerkabine und lässt ein vergammeltes Käsebrötchen unter dem Sitz vermuten. Nach einiger Zeit…

… kommen wir dem Stinker jedoch auf die Spur und leider müssen die schönen Blumen, die ich bei unseren Stopps eingesammelt habe, auf dem Campingplatz bleiben. Befreit kann es weiter gehen und wir steuern einen Minigolfplatz an. Dieser hat die Highlights der Region in die Bahnen eingebaut und ist wirklich sehr schön gemacht. Scheine ich nach der ersten Hälfte noch uneinholbar vorne, muss ich mich am Ende doch knapp geschlagen geben.

Nach einem schönen Nachmittag am Lake Taupo steuern wir einen kostenlosen Campingplatz in der Nähe der Huka Falls an. Nachdem ein rotäugiger, aber ambitionierter Verkäufer mit der Frage „Do you smoke weed?“ in unseren Camper reinschaut, kniffeln wir anschließend lieber bei geschlossener Tür weiter. Morgens steuern wir ganz früh die Huka Falls an und sind diesmal wirklich die ersten. Mehr Stromschnellen als wirklich WasserFALL, aber schön hellblau und sehr eindrucksvoll.

Von dort aus geht es weiter Richtung Rotorua, wo es einige Geothermalattraktionen gibt. Wir finden auf dem Weg dorthin jedoch schon spontan den „Orakei Korako“, eine Art Geothermalpark, der laut Bewertungen noch viel schöner, als die überlaufenen in Rotorua sein soll. Also fahren wir dort mal hin. Tatsächlich sind dort kaum Leute und die im Preis inbegriffene Fahrt über den Fluss bekommen wir als Privatfahrt. Man sieht es schon von weitem dampfen und qualmen, außerdem riecht man den schwefeligen Geruch der blubbernden Schlammtöpfe. Vom Aussichtspunkt kann man die wunderschönen Farben bewundern und verfolgen, wie das aus den Quellen entspringende Wasser sich den Weg zum Fluss bahnt.

Da wir auf unserer nächtlichen Kiwisuche ja leider erfolglos geblieben sind, aber Neuseeland nicht verlassen wollen, ohne einen echten Kiwi gesehen zu haben, steuern wir heute das Kiwi House Otorohanga an. Hier kann man die nachtaktiven Kiwis auch tagsüber sehen, da ihnen ein umgedrehter Tag-Nacht-Rhythmus vorgetäuscht wird. Man kommt also fast blind in das Nighthouse, bis man sich an das „Mondlicht“ gewöhnt hat. Im ersten Haus wohnen die Teenager, die sind noch nicht wach und lassen sich nur über die Nachtsichtkameras in ihrer Hütten beobachten. Bei den Erwachsenen haben wir mehr Glück: hier staksen die beiden Bewohner über den nachgebildeten Erdboden und suchen mit ihrem langen Schnabel nach Käfern und Würmern. Cool!!! Der Kiwi ist in etwa so groß wie ein Huhn und bewegt sich auch ein bisschen so. Während der Kiwi-Inforunde mit dem Tierpfleger kommt ein Kiwi sogar direkt an die Scheibe und stochert minutenlang direkt vor uns im Boden rum. Kiwisichtung mehr als erfolgreich! Das Kiwihouse hat noch viele andere tolle Bewohner, aber man muss schon zugeben, dass die Kiwis die Stars sind.

Unser nächstes Ziel lautet Mangapohue Natural Bridge. Es ist ein natürlich entstandener Brückenbogen in wunderschöner Umgebung. Die Umgebung ist ein dicht bewachsener Dschungel, unten fließt ein kleiner Fluss und von der Decke der Brücke hängen Stalagtiten. Was am Tag schon sehr beeindruckend ist, ist in der Nacht der Knaller: an den Wänden sitzen unzählige grün-türkis leuchtende Punkte, die Pilzmückenlarven! In dieser Region werden viele (unverschämt teure) Glow worm Touren angeboten. Obwohl sich Glühwürmchen natürlich viel besser anhört als Pilzmückenlarve, handelt es sich am Ende um die gleichen Tierchen und wir haben sie hier sogar umsonst 🙂 Ein unglaubliches Naturwunder, das sich leider nicht halb so schön auf Fotos wiedergeben lässt.

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