Schnabeltiere, Great Barrier Reef und Flucht nach Hause

Nach Straddie ging es für uns weiter nach Rockhampton, die Rinderhauptstadt Australiens. Das Wetter war schlecht, das Steak eher geht so, daher hielt es uns hier nicht lange. Nächstes Ziel: Eungella Nationalpark – auf der Suche nach Schnabeltieren!

Nach langer Fahrt auf dem Highway (so lang, dass man mit Frage-Antwort-Schildern am Straßenrand bei Laune gehalten wird) biegen wir ab ins Landesinnere und fahren an den Zuckerrohrfeldern entlang. Hier werden die Felder von Bahnschienen gesäumt, auf denen (so vermuten wir) die Ernte abtransportiert wird. Zwischenzeitlich regnet es so stark, dass wir an unserem Plan zweifeln. Wir fahren jedoch weiter, noch mehr Zuckerrohr, steile Serpentinen, der Regen weicht und Sonne kommt raus. Geht doch!

Ab nach Broken River, hier soll es im Fluss Schnabeltiere zu sehen geben. Wir kaufen am Kiosk ein Ticket für die Übernachtung an eben diesem Fluss und schauen mal nach, ob wir vielleicht schon eins dieser lustigen Tierchen zu sehen bekommen. Tatsächlich! Es vergehen keine zwei Minuten, da paddelt das erste Schnabeltier gegen die Strömung an! Süß! Kurz atmen, paddeln, abtauchen. Wir laufen noch den kurzen Spaziergang über die Brücke zu den Aussichtsplattformen und entdecken neben zahlreichen Schildkröten auch immer wieder Schnabeltiere, die für ziemlich genau 7 Sekunden zum Atmen auftauchen und dann mit einer eleganten Vorwärtsrolle wieder abtauchen.

Unsere letzte Woche in Australien verbrachten wir in Airlie Beach mit dem Warten auf gute Wetterbedingungen für einen Rundflug über das Great Barrier Reef. Aufgrund der Regensaison tat das Wetter, was es tun musste. Meist regnete es also. Und wenn nicht, war es schwül mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Ein Highlight war die tägliche Vogelfütterung, an der eine Person von uns mit großer Begeisterung auch jeden Tag teilgenommen hat 🙂

Am ersten Tag wurden wir schon vom Flugveranstalter am Campingplatz abgeholt, um dann aber nach der Entscheidung des Piloten nicht zu fliegen wieder zurück gebracht zu werden. Wir standen in telefonischem Kontakt und nach fast einer Woche war es dann soweit: bestes Flugwetter!

Zunächst ging es über eine hügelige, grüne Weidelandschaft mit in Wasserlöchern planschenden Kühen, dann über die Küste und die Inseln der Whitsundays. Wow! Krasses blaues Wasser, bewaldete Inseln, weiße Strände. Dann geht es weiter raus und der Übergang zum Riff ist der Hammer! Das werbeträchtige „Heart Reef“ wird von beiden Seiten mit Countdown überflogen, damit auch jeder das perfekte Foto machen kann. Die unglaublichen Farben und Formen sind auf den Fotos nicht halb so beeindruckend, wie die Natur. Das war ein gelungener, wenn auch vorzeitiger Abschluss!

Während wir auf gute Flugbedingungen gewartet haben, verschärften sich die Corona-Meldungen. Österreich rief seine Bürger bereits zurück, aus Deutschland kam noch keine Ansage. Nach Südafrika, was unser nächstes Ziel gewesen wäre, hätten wir schon gar nicht mehr einreisen dürfen. Daher hatten wir uns nach langem Überlegen entschlossen, an dieser Stelle unsere Reise abzubrechen. Mit gepackten Sachen sind wir die letzten rund 700 km nach Cairns gedüst, haben vor der Abgabestation unseres Campers übernachtet und haben uns ganz früh morgens zum nahe gelegenen Flughafen bringen lassen. Eigentlich hatten wir damit gerechnet, dort einen Flug buchen zu können, aber nö. Nur online. Ja spitze. Es gab nicht mehr viele Möglichkeiten, da viele Transitflughäfen bereits dicht gemacht hatten. Wir hatten einen Flug über Abu Dhabi auf dem Schirm. Dieser hatte sich jedoch während der Buchung von etwa 700 auf 4.800 Euro verteuert. Wollen Sie jetzt buchen? Nee, ganz bestimmt nicht ihr Verbrecher!!! Die zweite Möglichkeit war ein Flug nach Tokio, 16 Stunden Aufenthalt und dann nach Düsseldorf. Was wir vorher aufgrund des langen Aufenthaltes ausgeschlossen hatten, erwies sich im Nachhinein jedoch als super Lösung! Wir buchten also diesen Flug zu einem für diese Strecke völlig akzeptablen Preis, warteten jedoch ewig auf die Mail mit den Tickets. Die Stunden am Flughafen waren wirklich furchbar. Der Flug nach Tokio sollte um 11 Uhr gehen, die Tickets eigentlich schon längst da sein. Ich bin dann zum Jetstar Schalter gegangen und habe gefragt, ob man unsere Buchung bereits im System sehen könnte, da wir noch auf die Bestätigung warten. Your passport, please. Und dann hat er getippt und geschaut und wieder getippt… Was macht der denn so lange da? Ich war wirklich fertig mit den Nerven… Aber dann kam: No worries, darling…. Ach sie sind so süß, die Australier… Unsere Buchung ist bestätigt und da der Flieger nicht ausgebucht ist, hat er die ganze Reihe für uns reserviert. Puh…. Dann ging auch alles ganz gefühlt ganz schnell und ein paar Stunden später waren wir in Tokio! Irgendwie hatte ich die Erinnerung, dass es in Tokio so Schlafwaben gibt… Hab ich doch bestimmt mal bei Galileo gesehen 😉 Und dieses „Hotel“ ist wirklich mega! Direkt im Flughafen kann man sich dort eine Kapsel mieten, Zahnbürste, Hausschuhe und Nachthemd inbegriffen. Gepäck kann man einschließen, es stehen Duschen und vorgewärmte Klobrillen bereit und dann ab die die Kapsel und Rollo runter. Absolut empfehlenswert!

Am nächsten Morgen trafen wir uns dann wieder, denn die Kapseln sind geschlechtergetrennt. Gepäck aufgeben, einchecken, immer wieder banges Warten, während die sehr freundlichen Japaner unsere Pässe und unseren Reiseverlauf sehr gewissenhaft prüften und für uns völlig unverständliche, aufgeregte Unterhaltungen führten. Zu guter Letzt wurden wir noch am Gate namentlich aufgerufen, nur um nochmal zu erfragen, ob das auch wirklich in Ordnung sei, dass wir zwei Gepäckstücke auf einen Namen aufgegeben hatten… Und dann durften wir endlich in den Flieger Richtung Heimat!!! Von den Umständen mal abgesehen, hatte ich noch keinen so entspannten Flug. Wir hatten die vordere Reihe eines „Abteils“ und damit Beinfreiheit von etwa einem Meter, die Reihen neben und hinter uns leer. So bekommt man auch einen 12-Stunden-Flug gut rum!

Auch wenn die Reise leider sehr abrupt geendet hat, waren die fünfeinhalb Monate, die wir unterwegs waren, einmalig und unvergesslich!

Nun sind wir etwa zwei Monate schon wieder zu Hause und haben auch hier die Zeit gut genutzt. Wir haben renoviert, waren viel in der Umgebung unterwegs und konnten letzte Woche auch schon wieder den ersten Trip an die Nordsee machen 🙂 Olivia steht in den Startlöchern und wartet nur darauf, dass es endlich weitergeht!

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