Steinkugeln, Pinguine und Albatrosse

Nach zwei Nächten „for free“ auf kostenlosen Stellplätzen war unser nächstes Ziel ein Campingplatz in Oamaru. Dieser ist schön am Hafen gelegen und zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er nächtliche Gäste hat! Sie kommen jeden Abend in der Dämmerung, also machten wir uns gegen 21.30 Uhr bereit, um sie in Empfang zu nehmen.

Zuerst sieht man nur einen dunklen Fleck im Wasser, der immer mal wieder Richtung Land und zurück schwimmt. Und mit was für einem Tempo dieses kleine Speed-U-Boot unterwegs ist! Irgendwann traut er sich: der erste „little blue penguin“, ein Zwergpinguin kommt aus dem Wasser die Bootsrampe hoch. Dann kommen seine Kumpels hinterher und watscheln über die Straße. Unglaublich niedlich und toll anzusehen. Da die Pinguine natürlich nicht geblitzdingst werden dürfen, sind die Fotos leider etwas unscharf…

Am nächsten Morgen findet ein Fahrerwechsel statt und zum großen Erstaunen aller Beteiligten gibt es außer dem vermutlich obligatorischen Scheibenwischerblinker keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden. Unser Ziel lautet Moeraki, wo 60 Millionen Jahre alte Steinkugeln, die „Moeraki Boulders“ am Strand liegen. Es ist gerade Flut, dadurch liegen die Kugeln zum Teil im Wasser. Dies ist vermutlich sehr vorteilhaft, um ein tourifreies Foto zu machen. Es ist schon erstaunlich, was die Natur für verrückte Sachen geschaffen hat.

Von Moeraki ging es weiter auf die Otago Peninsula. Nach etwa 217 Kurven waren wir an der Spitze der Halbinsel angekommen. Hier wird man von einer Möwenkolonie mit einem Begrüßungsschiss aufs Auto empfangen. Wir überlegen noch, ob wir die angebotene Albatrosstour machen sollen. Zuerst versuchen wir unser Glück vom Aussichtspunkt. Man stelle sich vor, es kreisen und kreischen 500 hektische Möwen um einen herum und plötzlich erscheint ein eleganter, riesengroßer weißer Segelflieger, der ohne einen Flügelschlag eine komplette Runde fliegt. Wow! Ob die Tour das noch toppen kann? Wir fragen nach und als uns ein Mitarbeiter mit leuchtenden Augen erzählt, joa, man kann die Albatrosse nicht nur aus der Entfernung, sondern aus nächster Nähe aus einem Glasobservatorium fliegen sehen und dann haben wir auch noch Nester, wo gerade die Eier ausgebrütet werden….. Okay, wir sind überzeugt. Und er hat nicht zuviel versprochen!

Zum Abschluss noch ein paar Albatrossfakten für die Allgemeinbildung: nachdem Albatrossküken flügge geworden sind, leben sie zunächst 4-6 Jahre auf See, bevor sie zum Brüten zurückkehren. Die Küken sind anfänglich kleine Dickerchen, sie wiegen um die 11 Kilo, während Altvögel nur 8-9 Kilo wiegen. Ausgewachsen haben sie eine Spannweite von 3 Metern und können bis zu 120 km/h fliegen. Besonders gute Flieger werden bei Bernhard & Bianca für die Albatross Airlines engagiert 😉

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von Anders Noren.

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