Tongariro Alpine Crossing

…oder die Überquerung der neuseeländischen Alpen. Klingt nach viel, sind aber „nur“ 19 Kilometer. Die haben es teilweise aber in sich. Morgens um 6.30 Uhr holt uns der Bus ab und bringt uns zum Startpunkt der Wanderung. Dieser liegt bereits auf 1150 Metern, der höchste Punkt der Wanderung wird etwa…

… 740 Höhenmeter darüber liegen. Am Anfang ist es wirklich noch ein sehr entspannter Spaziergang durch eine vulkanische Berglandschaft. Der Weg ist gut präpariert und wir nehmen noch einen kleinen Abstecher zu den Soda Springs mit.

Dann geht es durch immer rauere Landschaft, die uns an isländische Lavawüsten erinnert. Nach etwa einer Stunde Wanderung folgt der erste anstrengende Anstieg. Wir erreichen über Treppen und gut begehbare, steinige Wege den South Crater mit einer Höhe von 1660 m. Wir machen immer mal wieder eine Pause, natürlich nur, um die schöne Aussicht zu genießen. Nicht dass hier jemand glaubt, uns ginge die Puste aus…

Kurz vor dem furchtbar anstrengenden Aufstieg auf den Red Crater Ridge liegt der Point of no return. Wenn man jetzt schon k.o. ist, das Wetter nicht mitmacht, oder es bereits nach 12 Uhr mittags ist, sollte man an dieser Stelle besser umdrehen. Wir können noch, das Wetter ist gut und wir liegen gut in der Zeit. Weiter geht’s! Dieser Anstieg ist ganz schön… nennen wir es herausfordernd. Es ist steil, der Weg ist glatt und matschig. Hinter dem Gipfel hat man dann einen super Ausblick auf die Emerald Lakes, wunderschöne blaue Seen, die ihre Farbe der geothermalen Aktivität und den Mineralien zu verdanken haben. Zum Glück konnten wir schnell ein paar Fotos machen, denn wenige Momente später stehen wir in einer Wolke und von blauen Seen ist plötzlich gar nichts mehr zu sehen. Also am besten abwarten und Sandwich essen.

Nachdem die Sandwiches vertilgt sind und die Wolke sich verzogen hat, wagen wir den Abstieg über lose Steinchen. Dies funktioniert am besten in einem leichten Slalom. Man kann natürlich auch einfach runterdüsen. Das sind aber auch die, die relativ schnell auf dem Hinterteil landen. Ohne Popolandung kommen wir bei den Seen an und können diese nochmal aus der Nähe bestaunen. Man darf sie nicht anfassen oder in ihrer Gegenwart essen, da sie den Maoris heilig sind.

Von jetzt an geht es nur noch bergab. Auf dem Weg befindet sich eine Einschlagstelle, wo vor ein paar Jahren bei einer vulkanischen Aktivität ein Felsbrocken aus dem Vulkan geschossen wurde. Diese „Geschosse“ können Geschwindigkeiten von 700 km/h erreichen… Wir sollten dann jetzt auch mal gehen… Über einen gut befestigten Weg laufen wir in großen Schlangenlinien herunter bis wird wieder in den Dschungel kommen. Dahinter verbirgt sich dann auch der Parkplatz, wo uns der Bus wieder abholt. Vor unserer Reise hatten wir vor dieser Wanderung sehr viel Respekt, können aber im Nachhinein sagen, dass wir in Patagonien schon deutliche anstrengendere Wanderungen hinter uns gebracht haben und diese Wanderung gut zu schaffen war. Dennoch sagen wir zum Angebot auf dem Campingplatz für 5 $ eine halbe Stunde im Whirlpool zu entspannen nicht nein 🙂

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von Anders Noren.

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