Uyuni – unendliche Weiten

Mit dem Flugzeug ging es von La Paz über die sechseckigen Siedlungen der Stadt, über rote Wüste und weiße Salzebenen in die Wüstenstadt Uyuni. Dort buchten wir für den nächsten Tag eine dreitägige Tour, die uns durch die Salzwüste über die Grenze nach Chile bringen sollte. Den restlichen Tag verbrachten wir mit Postkarten schreiben, essen und – ein Hoch auf die ARD Mediathek – Münster Tatort schauen 🙂 

Am nächsten Morgen wurden wir abgeholt, die Rucksäcke auf das Dach des Jeeps geschnallt und los ging die Tour! Erster Halt war der Eisenbahnfriedhof von Uyuni – der Cementerio de los trenes. Hierbei handelt es sich um den größten Eisenbahnfriedhof der Welt. 1872 wurde die Eisenbahnstrecke erbaut, sie diente dem Transport von Salz sowie Kupfer, Silber und Gold vom Landesinneren zum Pazifischen Ozean. Auf dem “Friedhof” befinden sich rund 100 Lokomotiven und Wagons. Die Strecke wurde bis in die 40er Jahre genutzt und die Wagons seitdem dem Verfall überlassen. 

Anschließend fuhren wir in das kleine Dorf Colchani, wo wir uns ansehen konnten, wie das Salz weiterverarbeitet und abgefüllt wird. Eher weniger spektakulär und außerdem wollten wir doch jetzt endlich mal die Salzwüste sehen und kein Souvenirshopping machen (für die wir eh keinen Platz im Rucksack haben!) Sorry Mama, das gewünschte Pfund Salz habe ich nicht gekauft. Also fuhren wir weiter und so langsam sah es auch nach Wüste aus! Um uns herum wurde es immer weißer, bis wir von nichts als salzigem Boden mit sechseckigen Formationen umgeben waren. Jawoll, das wollten wir sehen!

Nach einem Mittagessen im Salzrestaurant fuhren wir noch weiter in die Wüste hinein und unser Fotoshooting konnte beginnen 😉

Ja, wir hatten Spaß dabei 😀 Danach ging es wieder in den Jeep und einige Kilometer über ruckelige Pisten weiter bis zur Isla Incahuasi, die mitten in der Wüste wie aus dem Nichts auftaucht. Hier wachsen riesengroße Kakteen und dieser besondere Ort ist sogar auf dem 10 Bolivianos Schein abgedruckt.

Ruckzuck war der erste Tag unserer Tour auch schon vorbei und wir sahen uns den Sonnenuntergang an. Auch hier hatte unser Guide wieder super Fotoideen!

Wir übernachteten in einem Hotel aus Salz; der Boden, die Möbel, die Wände, sogar die Deko war aus Salz. Für den nächsten Tag standen die Lagunen voller Flamingos auf dem Plan. Drei verschiedene Arten von Flamingos leben hier, allerdings müssen wir zugeben, dass wir sie nur mit Hilfe der Erklärungen des Guides unterscheiden konnten, denn irgendwie sind sie alle pink und haben ständig den Kopf unter Wasser. Anbei eine kleine Auswahl der etwa 1000 Flamingofotos…

Zum Mittagessen fuhren wir mit dem Jeep nah an einen Felsen heran und nach kurzer Zeit bekamen wir Besuch von den neugierigen Viscachas. Sie kennen den Touristenbesuch wohl schon und wissen ganz genau, dass da ab und zu mal ein Stück Möhre für sie abfällt.

Auch an diesem Tag hatten wir wieder einen tollen Sonnenuntergang, den wir zwischen rauchenden Fumarolen in einem geothermal aktiven Feld verbrachten.

Das abendliche Highlight bestand darin, dass wir direkt vor unserer Unterkunft in einer natürlichen heißen Quelle baden konnten mit Blick auf einen grandiosen Sternenhimmel, den man im Ruhrgebiet nicht annähernd sehen kann. WOW! Hiervon haben wir keine Fotos, stellt es euch einfach vor 🙂

Am nächsten Tag fuhren wir noch an ein paar Gesteinsformationen vorbei, bevor wir die Grenze zu Chile erreichten.

Wir wechselten vom Jeep in einen Bus Richtung San Pedro de Atacama. Vor der Grenze hielten wir – in der letzten Reihe sitzend mit dem Rucksack auf dem Schoß – an und es ging irgendwie nicht weiter. Was war da los? Sehr unangenehm, eng, stickig und keine Ahnung was passiert. Endlich fuhren wir ein Stück weiter und da wussten wir was los war. Nachdem man sich einen Einreisestempel abholen musste, wurde JEDES Gepäckstück von den Grenzbeamten durchsucht. Wir hatten das Gefühl, es ging nicht wirklich um Kontrolle, sondern einfach darum, mal ein bisschen im Rucksack rumzuwühlen. Aber was soll’s. Eigentlich waren die Männer ganz nett und wollten von uns noch ein paar englische Vokabeln zu unserem Gepäck wissen. Immer gerne. Nach etwa einer Stunde Fahrt kamen wir dann in San Pedro de Atacama an und bezogen unser wirklich nettes Hostel einer tollen, hilfsbereiten Familie. Wir haben von hier aus einige Ausflüge geplant -wir werden berichten!

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