Wir sind wieder da!

Naja, eigentlich sind wir schon seit einem Monat wieder da. Aber nach unserem letzten Beitrag zu Sydney hatten wir vor Ort entweder keine Lust oder kein Internet, so dass seitdem gar nichts mehr von uns zu hören war. Wir haben aber noch etwa 3 Wochen Australiengeschichten zu erzählen und -fotos zu zeigen, so dass es eigentlich schade wäre, wenn so viele tolle Sachen gar nicht erwähnt würden! Vielleicht freut sich der eine oder andere ja auch, mal etwas anderes als Coronanachrichten zu lesen…

Bevor ich jetzt anfange, vom wunderschönen Myall Lakes Nationalpark zu berichten, muss man vielleicht noch ein paar Dinge von unserer ungeplanten Rückkehr in die Heimat erzählen. Wir hatten ja schon auf dem Flug von Neuseeland nach Australien ganz viele Maskenasiaten gesehen, aber so richtig präsent war das ganze Thema noch nicht. Dann haben sich aber Anfang/Mitte März die Meldungen überschlagen und unsere Stimmung hat sich von „egal, wir ziehen das durch“ zu „wir sollten so schnell wie möglich versuchen, einen Flug nach Hause zu bekommen“ geändert. Im Nachhinein stellte sich das als die richtige Entscheidung heraus, denn der Flugverkehr war schon stark eingeschränkt und wir konnten einen der letzten planmäßigen Flüge bekommen, bevor nur noch Rückholflüge stattgefunden haben. Das Ganze war dann nochmal ein richtig spannendes Erlebnis, aber das kommt dann später 😉

Jetzt geht es erstmal zum Myall Lakes Nationalpark oberhalb von Sydney, den wir durch Zufall entdeckt haben. Nach einer etwas längeren Fahrt aus Sydney raus und einer Zwischenübernachtung an einem offiziellen kostenlosen Stellplatz am Golfplatz von Bulahdelah mit Blick auf die Kängurus, die abends den Golfplatz kentern, finden wir den Myall Lakes NP auf der Karte und steuern diesen an. Zunächst müssen wir mit einer kleinen Fähre übersetzen. Klein bedeutet in diesem Fall, dass Platz für unseren Camper und einen Pick-Up vom Parkranger war. Zuerst finden wir eine nette Picknickstelle mit Blick auf viel Wasser und knorrige Bäume. Dann wollen wir weiter über die bei Maps eingezeichneten Straßen, die jedoch abgesperrt und dies dem Bewuchs nach zu urteilen auch schon länger sind. Da wir uns nicht die Blöße geben wollen, direkt wieder an der Fähre aufzuschlagen, nehmen wir eine eine andere Richtung und entdecken Hawks Nest, einen kleinen Ort mit Campingplatz und tollem Strand. Auf dem Weg dorthin läuft uns eine Dingo über den Weg! Wie cool ist das denn?

In Hawks Nest verbringen wir zwei entspannte Tage, mal mit Schwimmen im Meer, mal mit Spazieren am Strand. Als wir den Campingplatz verlassen, werden wir zielsicher von mir in eine Sackgasse navigiert, aber hey, erstens haben wir hier ein paar tolle Pelikane entdeckt und im Wald mit dem „Achtung Koalas“ Schild haben wir zwar keine Koalas, aber dafür hunderte Flughunde aufgestöbert. Manchmal ist so eine Sackgasse doch gar nicht so schlecht 😉

Nach dem Batmanwald fahren wir eine chaotische Straße entlang, es ist wirklich unglaublich, wie gebirgig es in Australien ist. Hoch, runter, rechts links. Und als es den letzten Berg steil hinab geht sehen wir vor uns das türkisblaue Meer auftauchen! Mal wieder ab ins Wasser, inzwischen sind wir jeden Tag an einem neuen Megastrand im Meer. Daran könnte man sich gewöhnen 😉

Am Abend begrüßt uns ein Waran am Campingplatz, als wir ihn am Morgen wieder verlassen liegt eine dicke Python mitten auf der Straße. Sie hat scheinbar bereits gefrühstückt, denn in der Mitte ihres Körpers ist eine verdächtige Beule zu erkennen.

Die nächsten Tage verbringen wir in Seal Rocks, ein winziger Ort mitten im Nichts mit einem Tante Emma Laden und einem Campingplatz direkt gegenüber vom Strand. Wir marschieren am Morgen zum Sugarloaf Point Leuchtturm hoch. Danach geht’s zur Abkühlung mal wieder ins Meer! Vor uns treibt ein bisschen Seetang und wir sagen noch, „manchmal sieht es aus, als ob da ein Tier schwimmt“. Und Sekunden später schwimmt einer dieser „Flecken“ auf dem Grund los und entpuppt sich als Stachelrochen!

Unser nächstes Ziel soll Port Macquarie sein, hier gibt es ein Koalakrankenhaus! Der Tag beginnt allerdings nicht allzu erfreulich, denn bei Saubermachen bricht meine Brille in der Mitte durch. Na super. Es ist ja nicht so, dass ich nichts sehen würde, denn ich habe auch Kontaktlinsen und eine Sonnenbrille in meiner Sehstärke dabei, aber ist halt trotzdem irgendwie Mist. Mit Kontaktlinsen geht es also ins Koalakrankenhaus. Hier werden Koalas, die zumeist durch Krankheiten, Autounfälle oder Waldbrände verletzt wurden gesundgepflegt. Einige können wieder in die Freiheit entlassen werden, einige dürfen jedoch auch hier bleiben, weil sie in der Natur nicht überlebensfähig wären. Diese sitzen dann meist in einem kleinen Gehege, die „fast wieder fitten“ klettern hoch in den Bäumen rum. Der Eintritt ist frei. Wenn man möchte, kann man einen Koala adoptieren. Natürlich wollen wir das! Unser Adoptivkoala heißt Byabarra Jones und ist aufgrund eines eingeschränkten und eines fehlenden Auges ein Dauergast. Diese Adoption kostet 40 AUD im Jahr, was etwa 24 Euro entspricht.

Unser nächstes größeres Ziel ist der Dorrigo Rainforrest. Auf dem Weg dorthin machen wir Halt in Crescent Head, ein abgelegener, aber dennoch von Surfern gut besuchter Ort. Von der Klippe aus können wir uns unbekannte Vögel beim Fische fangen und Delfine beobachten.

Am Abend stellt sich heraus, dass eine mit Hansaplast geklebte Brille schon mal nicht hält. Sieht eh bekloppt aus, aber lieber eine bekloppte Brille als zwei Monokel.

Morgens geht es als allererstes zum Baumarkt. Erstaunlicher Unterschied zu heimischen Märkten: Erstens findet man Mitarbeiter und zweitens sind sie auch noch total nett und hilfsbereit! Mit Kunststoffkleber verlasse ich den Markt. Fazit: Brille hält!

Nach einiger Kurverei erreichen wir dann den Dorrigo Rainforest und machen einen Spaziergang durch den Regenwald. Zunächst führt uns ein Skywalk zu einer tollen Aussicht über unzählige Bäume, dann geht es in die grüne Hölle. Mal wieder unglaublich beeindruckend: Riesenbäume, Lianen, unfassbar große Blätter und einige Wasserfälle. Man kann sogar bei einem Wasserfall hinter das Wasser gehen, eine erfrischende Angelegenheit 😉 Was wir im Regenwald gar nicht erwartet haben, sind Truthähne. Tatsächlich sind hier jedoch einige unterwegs. Sie scharren im Boden nach essbaren Dingen und machen dabei ganz schön Krach.

Beim nächsten Mal berichte ich dann von North Stradbroke Island, das war der Hammer! Teilweise hatten wir richtig Stress, weil wir nicht wussten, ob wir lieber die Delfine, die Koalas, die Kakadus oder die Warane beobachten sollen, die sind nämlich alle gleichzeitig um uns herum geturnt!

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